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24. März 2025

Tierwohl auf der Agenda: BÖLW fordert Ausbau der Haltungskennzeichnung

Die Debatte um das Tierwohl in der Landwirtschaft nimmt Fahrt auf. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hat kürzlich eine klare Forderung an die Politik gerichtet: Die neue Regierung muss die Weiterentwicklung der fünfstufigen Haltungskennzeichnung zur Chefsache machen.

Hintergrund: Die fünfstufige Haltungskennzeichnung

Ab August 2025 tritt in Deutschland die verpflichtende, staatliche Tierhaltungskennzeichnung für frisches Schweinefleisch in Kraft. Diese Kennzeichnung soll Verbraucherinnen und Verbrauchern eine transparente Entscheidungsgrundlage bieten, indem sie Auskunft über die Haltungsbedingungen der Tiere gibt. Die fünf Stufen reichen von „Stallhaltung“ bis hin zu „Bio“.

Die Forderung des BÖLW

Der BÖLW, als Spitzenverband der Bio-Branche, fordert nun, dass diese Kennzeichnung auf alle Fleischsortimente ausgeweitet wird. „Tierwohl muss in den Koalitionsvertrag“, betont Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des BÖLW. Die Verbraucher erwarten eine transparente Kennzeichnung, die über Schweinefleisch hinausgeht.

Planungssicherheit für Landwirte

Ein zentraler Aspekt ist die Planungssicherheit für die Landwirte. Der Umbau der Tierhaltung hin zu mehr Tierwohl ist mit erheblichen Kosten verbunden. Finanzierungskonzepte, wie sie von der Zukunftskommission Landwirtschaft und der Borchert-Kommission erarbeitet wurden, liegen bereits vor. Es bedarf nun einer zügigen Umsetzung durch die Politik.

Der Handel als Vorreiter

Der Lebensmitteleinzelhandel hat in den letzten Jahren bereits Eigeninitiativen ergriffen, um dem wachsenden Bedürfnis der Verbraucher nach mehr Tierwohl gerecht zu werden. Die höchste Stufe der Haltungskennzeichnung, „Bio“, erfreut sich besonders großer Beliebtheit.

Bio als Vorbild

Die EU-Öko-Verordnung setzt den höchsten gesetzlichen Standard für die Tierhaltung. Bio-Betriebe erfüllen somit die strengsten Anforderungen. Der BÖLW sieht in der Bio-Kennzeichnung ein Modell für eine harmonisierte europäische Haltungskennzeichnung.

Fazit

Die Forderung des BÖLW nach einem Ausbau der Haltungskennzeichnung ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und Tierwohl in der Landwirtschaft. Die Politik ist nun gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und die Umsetzung zügig voranzutreiben.

Quellen:

Original-Pressemitteilung: 

PRESSEMITTEILUNG 

Tierwohl: Neue Regierung muss Haltungskennzeichnung ausbauen 

BÖLW fordert Erweiterung der fünf Stufen auf alle Fleischsortimente 

Berlin, 20.03.2025. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert Union und SPD dazu auf, die Weiterentwicklung der fünfstufigen Haltungskennzeichnung auf die Agenda zu nehmen. „Tierwohl muss in den Koalitionsvertrag“, sagt Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bio-Spitzenverbands. „Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten, dass die transparente Kennzeichnung der Haltung, die ab August für frisches Schweinefleisch in Kraft tritt, auf weitere Fleischsortimente ausgeweitet wird.“ 

Planungssicherheit ist für Betriebe zentral, um den Umbau der Tierhaltung und die Umstellung auf mehr Tierwohl langfristig in Angriff zu nehmen. Allein der Umbau der Ställe kostet Milliarden. Mit den Ergebnissen der Zukunftskommission Landwirtschaft und der Borchertkommission liegen Finanzierungkonzepte vor, die nur noch umgesetzt werden müssen.   

„Der Handel ist inzwischen vorgeprescht, weil die Politik zu langsam war“, sagt Röhrig. Die höchste Haltungsstufe Bio werde von den Verbrauchern stark nachgefragt. Deutschland brauche mehr Bio-Tierhalter, um die Nachfrage heimisch befriedigen zu können. „Die Landwirtschaft wartet auf ein starkes Signal aus Berlin für mehr Tierwohl und mehr Umweltschutz.“ Eine möglichst schlanke, bürokratiearme Umsetzung der verpflichtenden Kennzeichnung sei dabei für alle betroffenen Unternehmen wichtig. 

Mit der EU-Öko-Verordnung wird der höchste gesetzliche Standard für die Tierhaltung festgelegt. Bio-Bäuerinnen und -Bauern halten somit das strengste Gesetz ein, das es für die Tierhaltung gibt. Die Regelungen werden kontinuierlich an den Stand der Praxis und neueste Forschungserkenntnisse angepasst. Röhrig: „In einer harmonisierten Europäischen Haltungskennzeichnung wäre die Bio-Stufe am schnellsten anschlussfähig und vergleichbar.” 

Fragen an: Annette Bruhns, presse@boelw.de, +49 30 28482 308. Alle BÖLW-Pressinfos finden Sie auf https://www.boelw.de/presse/meldungen/