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10. September 2026

Geplante Kürzungspläne beim Bundeshaushalt: BÖLW fordert Stopp des Bio-Kahlgeschlags

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) schlägt Alarm: Trotz vertraglicher Zusagen im Koalitionsvertrag sieht der aktuelle Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 massive Kürzungen im Bereich der ökologischen Landwirtschaft vor.

Während der Gesamthaushalt des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) um etwa 0,28 % schrumpfen soll, ist für den Förderbereich Bio-Forschung und Innovation eine Kürzung um über 31 % vorgesehen.

Die geplanten Streichungen im Detail

  • 31,3 % Kürzung bei Bio-Forschung & Innovation: Im Titel „Zukunftsfähige, umwelt- und ressourcenschonende Landwirtschaft und ökologischer Landbau“ sollen die Mittel um 21 Mio. Euro gekürzt werden. Damit liegen die Einsparungen in diesem einzelnen Bereich sogar höher als die Reduzierung des BMLEH-Gesamthaushalts (19,6 Mio. Euro).
  • Über 100 Mio. Euro weniger bei der GAK: Bei der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) sollen im nicht-investiven Bereich mehr als 100 Mio. Euro gestrichen werden – Mittel, die direkt der Ökolandbau-Förderung und regionalen Agrarumweltmaßnahmen zugutekommen.
  • Gegen den Koalitionsvertrag: Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) zu stärken.

Warum Forschung & Bio-Förderung jetzt essenziell sind

Laut BÖLW macht der Anteil der Bio-Forschung an der gesamten deutschen Agrarforschung derzeit gerade einmal rund zwei Prozent aus. Der geschäftsführende BÖLW-Vorstand Peter Röhrig betont, dass gerade Wetterextreme – wie der vergangene Dürresommer – sowie hohe Kosten für konventionelle Düngeimporte zeigen, wie wichtig ökologische Strukturen für eine krisenfeste und krisensichere Lebensmittelversorgung in Deutschland sind.

Kürzungen in diesem Sektor gefährden nicht nur die Innovationskraft, sondern betreffen die gesamte Wertschöpfungskette – inklusive der rund 400.000 Beschäftigten und 56.500 Bio-Betriebe in Deutschland, die jährlich über 18 Milliarden Euro erwirtschaften.

Was EPOS Bio Partner dazu sagt

Als regional verwurzelter Bio-Großhändler für Großverbraucher, Kitas, Schulen und Gastronomie in Süddeutschland unterstützen wir die Forderungen des BÖLW ausdrücklich.

Eine verlässliche Politik und gezielte Forschung sind das Fundament, damit heimische Erzeugerbetriebe wirtschaftlich arbeiten können. Nur mit starken regionalen Bio-Strukturen schaffen wir Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und gesunde Lebensmittel auf den Tellern der Gemeinschaftsverpflegung.

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages beraten im Herbst über den Bundeshaushalt 2027. Wir schließen uns dem Appell des BÖLW an die Politik an, die geplanten Einschnitte zu überarbeiten und den Innovationsmotor Ökolandbau weiter zu stärken!

Quellenangaben & Datenbasis:

  • Pressemitteilung BÖLW: Bundeshaushalt: Bundestag muss Kahlschlag bei Bio stoppen! (Veröffentlicht am 09.09.2026 von Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V., Berlin).
  • Ansprechpartner BÖLW: Annette Bruhns, Pressestelle (presse@boelw.de, www.boelw.de).