Futter wird knapp – Demeter reagiert auf die Folgen von Hitze und Trockenheit
Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzt auch den landwirtschaftlichen Betrieben zu. Besonders für viehhaltende Höfe wird die Situation zunehmend schwierig: Wiesen und Weiden liefern weniger Gras, auch bei anderen Futterpflanzen bleiben die Erträge hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig werden die vorhandenen Futtervorräte knapp.
Auch Demeter-Betriebe sind von dieser außergewöhnlichen Situation betroffen. Der Verband reagiert deshalb mit konkreten Maßnahmen, um die Versorgung der Tiere sicherzustellen.
Demeter richtet Futterbörse ein
Ein zentraler Bestandteil der Maßnahmen ist eine Futterbörse für Demeter-Betriebe. Sie soll Angebot und Nachfrage zusammenbringen und dabei helfen, vorhandene Futterbestände innerhalb des Demeter-Verbandes gezielt dorthin zu vermitteln, wo sie benötigt werden.
Damit steht zunächst die Versorgung aus den eigenen Demeter-Strukturen im Mittelpunkt. Doch was passiert, wenn auch dort kein ausreichendes Futter mehr verfügbar ist?
Gestufte Ausnahmeregelung bei Futterzukauf
Für diesen Fall hat Demeter eine klare Reihenfolge festgelegt: Wenn über die Futterbörse kein geeignetes Futter mehr erhältlich ist, darf zunächst Futter aus anderen Bio-Verbänden oder EU-Bio-Futter eingesetzt werden.
Damit soll den Betrieben auch bei einer anhaltenden Futterknappheit ermöglicht werden, ihre Tiere ausreichend zu versorgen. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die Ausnahmeregelung so weit wie möglich innerhalb des ökologischen Landbaus bleibt.
Konventionelles Futter ist weiterhin nicht die erste Option. Insbesondere konventioneller Mais und konventionelles Kraftfutter bleiben ausgeschlossen. Die Regelung schafft damit zusätzlichen Spielraum für die betroffenen Betriebe, ohne die grundlegenden Anforderungen des Demeter-Landbaus aufzugeben.
Warum die Futterversorgung so wichtig ist
Die aktuelle Situation macht deutlich, wie abhängig die Tierhaltung von den Bedingungen auf den landwirtschaftlichen Flächen ist. Wo aufgrund von Hitze und Trockenheit weniger Futter wächst, können die eigenen Vorräte schnell nicht mehr ausreichen.
Gerade im Demeter-Landbau spielt die möglichst weitgehend betriebseigene Futterversorgung eine wichtige Rolle. Die Tierhaltung ist Teil eines landwirtschaftlichen Kreislaufs: Tiere liefern wertvollen Dünger für die Böden, während auf den Betrieben wiederum Futter für die Tiere angebaut wird.
Die außergewöhnliche Wetterlage bringt diesen Kreislauf derzeit an einigen Stellen an seine Grenzen. Mit der Futterbörse und der gestaffelten Möglichkeit zum Zukauf von Bio-Futter versucht Demeter, kurzfristig auf diese besondere Situation zu reagieren.
Was bedeutet das für die Außer-Haus-Verpflegung?
Die Situation zeigt, wie direkt sich Wetterextreme auf die landwirtschaftliche Erzeugung und damit auch auf die Lebensmittelversorgung auswirken können. Für die Außer-Haus-Verpflegung kann das insbesondere bei tierischen Produkten zu veränderten Verfügbarkeiten oder kurzfristigen Verschiebungen führen.
Wir beobachten die Entwicklungen bei unseren Lieferanten und informieren, wenn sich daraus konkrete Auswirkungen auf unser Sortiment ergeben.
Quelle: Demeter e. V., „Futter wird knapp – Demeter reagiert“, 14.08.2026. - zum Originalartikel