Bio-Ernte 2026: Durchwachsene Bilanz durch Wetterextreme – BÖLW fordert Treue der Verbraucher

Die Wetterextreme des Sommers 2026 hinterlassen spürbare Spuren in der ökologischen Landwirtschaft. Während die Erträge bei den Wintergetreidesorten wie Winterweizen, Gerste und Roggen noch durchschnittlich ausfallen, stehen Sommerungen sowie der Gemüse- und Kartoffelanbau vor massiven Problemen. Trotz der Ernteeinbußen erweist sich der Öko-Sektor dank starker Direktvermarktung und guter Altbestände als widerstandsfähig.
Die Ernteergebnisse im Detail
- Getreide & Sommerungen: Während die Qualitäten beim Bio-Winterweizen trotz regionalem Trockenstress insgesamt besser als erwartet ausfallen, bereitet Hafer große Sorgen. Hitze und Trockenheit führten auf leichten Standorten zu verkümmerten Körnern, wodurch Erträge und Qualitäten unter den Vorjahreswerten liegen. Auch bei Körnermais, Leguminosen und Sojabohnen rechnet die Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) mit Einbußen. Glücklicherweise puffern volle Lager aus der reichlichen Ernte 2025 die geringeren Erträge ab.
- Kartoffeln, Obst & Gemüse: Der wärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat dem Bio-Gemüsebau zugesetzt. Hitze und Dürre führten zu kleineren Kartoffelknollen und brachten Erzeuger in ganz Europa an ihre Belastungsgrenzen. Auch die deutsche Bio-Apfelernte fällt deutlich kleiner aus als prognostiziert.
Direktvermarktung als starke Säule
Trotz der klimatischen Hürden zeigt sich die Verbundenheit der Verbraucher mit der regionalen Öko-Landwirtschaft. Allein über die Direktvermarktung und Hofläden erwirtschafteten die deutschen Bio-Höfe zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als 1,6 Milliarden Euro.
„Der Klimawandel macht vor Bio nicht Halt. Für Bio-Bäuerinnen und -Bauern ist jetzt wichtig, dass ihre Kundschaft ihnen angesichts der klimatischen Herausforderungen die Treue hält“, betont Tina Andres, Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). „Jeder Cent für ein Bio-Lebensmittel ist dabei eine Investition in Artenvielfalt, in sauberes Wasser und in eine resiliente Landwirtschaft, die nicht abhängig ist von fossil erzeugten Düngern aus Staaten wie Russland.“
Quelle:
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) / Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI). Pressemitteilung vom 18. August 2026.
Pressekontakt: Annette Bruhns, presse@boelw.de, +49 30 28482 308.









